Gedicht des Tages

Samstag, 22. September 2018
Herbstzeitlos
Nur einmal werd ich noch den Rasen mähen,
dann ist auch dies vorbei und weggeschafft.
Ich sitz im Garten, es ist frühlingshaft.
Die Sonne scheint auf meine nackten Zehen.

Es scheint, der späte Sommer will nicht gehen,
und doch, ich spür, das Jahr verliert an Kraft.
Es steht nicht, wie im Frühling, voll im Saft.
Und in den Bäumen sitzen schon die Krähen.

Die Zeit ist reif, ich darf noch einmal träumen.
Vereinzelt fallen Äpfel von den Bäumen.
Die Vogelbeeren leuchten lebensrot.

Doch jetzt muss ich den Platz im Garten räumen.
Will neue Diagnosen nicht versäumen.
Vielleicht bin ich im nächsten Jahr gesund.
Johann-Wolfgang Wiemer