Gedicht des Tages

Tag und Nacht

Immer im Banne
des fortwährenden Rätsels
Morgenrot und Abenddämmern
Wir werden nicht heimisch
Jeder Morgen erinnert die Nacht
Jede Nacht birgt vergangenen Tag
Die Ewigkeit bewegt sich
und wir nennen sie Zeit
Ohne Vergänglichkeit kein Entstehen
Mit Zeit bezahlen wir unser Leben

Sie verschlingt uns zu rasch
So gebiert sie die Angst
und wir schieben – nachtflügge geworden -
unser Wissen hin und her
auf der Schattenlinie und verhüllen
am Tage die Spiegel

Heidi Bergmann

aus »AUSGEWÄHLTE WERKE XX«